Austria
info@stonevest.org

9. Cost Average Effect, der Verkaufsschlager unserer Banken

Geld anlegen, Vermögensaufbau, Investieren, passives Einkommen, finanzielle Freiheit.

Cost Average Effect, eine Wette mit schlechten Quoten

Der Cost-Average-Effect (CAE) ist ein weiterer Verkaufsschlager bei fast jeder Anlageberatung. Grundsätzlich wird damit geworben, dass wenn in regelmäßigen zeitlichen Abständen Einlagen in derselben Höhe getätigt werden, ein positiver Effekt auf die Rendite erzielt werden kann. Resultieren soll der Erfolg daraus, dass bei einem niedrigen Aktienkurs mehr Anteile gekauft werden und weniger wenn der Kurs teurer ist.

Die visualisierte Grafik zeigt dir einen Aktienkurs, welcher am Ende des Zeitraumes, beispielsweise ein Jahr, auf demselben Niveau schließt wie dieser zu Beginn gestartet ist. Jedes Quartal werden Einlagen in der Höhe von hundert Euro getätigt. Dies ist zugleich auch der Preis einer Aktie zum Startzeitpunkt.

Wie du nun im Graphen sehen kannst, steigt der Kurs um 50% bis zum ersten Quartal. Er fällt bis zum zweiten Quartal auf das Startniveau zurück, verliert im Dritten 50% an Wert und schließt letztendlich wieder bei 100€ je Aktie. In Summe wurden €500 in Aktien veranlagt. Hättest du den gesamten Betrag zu Beginn investiert, wäre am Ende des Jahres dieselbe Summe (€500) im Depot.

Mittels dem Cost-Average-Effect bzw. der quartalsweisen Veranlagung wäre der Wert des Portfolios jedoch auf €566 gestiegen, da in günstigen Zeiten mehr Aktien gekauft werden bzw. weniger wenn der Kurs teurer ist.

Doch dieser Effekt liefert dir nur bei einer negativen mittleren Rendite höhere Gewinne als eine Einmalanlage. Sobald die mittlere Rendite positiv wird, beschert die Einmalanlage grundsätzlich einen höheren Ertrag.

Warum der Cost Average Effect dennoch sinnvoll sein kann

Im Grunde handelt es sich um eine Strategie, bei welcher für Neukunden in der Welt der Veranlagung, das Verlustrisiko reduziert und der Volatilität entgegengewirkt wird.

Angenommen du hast €100.000 geerbt und möchtest diese Summe veranlagen. Der Aktienmarkt notiert auf einem neuen Allzeithoch und daher hast du Bedenken bezüglich einer starken Korrektur. Warum also nicht den Betrag durch zehn dividieren und monatlich veranlagen? Fällt der Kurs im nächsten Monat, kannst du billiger nachkaufen bzw. hast du neun weitere Monate um ein Investment von €10.000 zu tätigen.

Dies bedeutet, dass du darauf wettest, dass die Aktienkurse fallen werden. Die letzten Artikel haben dir jedoch hoffentlich verdeutlicht, dass der Markt langfristig immer wächst. Beispielsweise ist der Dow Jones zwischen dem Jahr 1970 und 2017 in 36 Jahren (von in Summe 47 Jahren) gestiegen. Dies sind 77% aller Jahre!

Investitionen sollten auf mathematischen Grundlagen und objektiven Entscheidungen beruhen. Das zuvor erwähnte Beispiel zeigt dir, dass statistisch betrachtet eine Einmaleinlage die bessere Entscheidung ist. Die Wahrscheinlichkeit, dass dir der CAE eine bessere jährliche Rendite erwirtschaftet beträgt (bezüglich den oben genannten Zeitraum) somit nur 23%.

Dies bedeutet wiederum, dass mittels dem CAE jährlich mit einer Wahrscheinlichkeit von 77% ein höherer Preis für dieselbe Aktienanzahl bezahlt werden muss. Während der CAE-Veranlagungszeit ist dein Vermögen zudem hilflos der Inflation ausgesetzt und verliert an Kaufkraft.

Letztendlich wird zudem der Tag kommen, an dem dein gesamtes Vermögen gemäß CAE investiert ist und du wieder vor demselben „Risiko“ stehst.

Lektion 9:

  • CAE liefert nur bei einer negativen mittleren Rendite höhere Gewinne als eine Einmalanlage.
  • In den letzten 47 Jahren hat der Aktienmarkt mit 77% im Folgejahr zu einen höheren Kurs notiert.
  • CAE ist daher eine Wette auf fallende Kurse, die statistisch betrachtet verlieren wird.

Zu guter Letzt erfährst du im nächsten Artikel, wie du jetzt starten solltest.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

code